Kurt – der Fußballmanager

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Kurt – der Fußballmanager wurde 1999 von Koch Media veröffentlicht und trat gegen die namhaften Konkurrenten Anstoss 2 und Bundesliga Manager 1998 an. Dabei überzeugte Kurt mit realistischer Spielerentwicklung, einer innovativen Menüführung, sowie mit der wegbereitenden Neuerung, ganze Spiele in Echtzeit zu berechnen.

Auf den ersten Blick ist Kurt ist ein typischer Fußballmanager: Der Spieler wählt anfangs einen Verein aus einer der vier wichtigsten deutschen Ligen, oder aus einer von vier europäischen Ligen, und entscheidet sich ob er in einer unteren Liga beginnen möchte oder gleich mit einem Spitzenverein einsteigen. Im Laufe seiner Karriere stärkt er den Kader, kümmert sich um den Ausbau der Infrastruktur, oder wechselt womöglich den Verein. Eine Besonderheit von Kurt ist die Menüführung. Wo andere Spiele mit einer Fülle an Zahlen und Statistiken aufwarten, setzt Kurt auf grafische Repräsentation. Spielerfähigkeiten und deren Entwicklung etwa werden mit kleinen Icons dargestellt, was, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, intuitiv funktioniert. Das Namensgebende Maskottchen Kurt führt den Spieler durch die Menüs und erklärt bei Bedarf die verschiedenen Funktionen des Spiels.

Während andere Managerspiele den Fokus stark auf ökonomische Aspekte setzen, präsentiert sich Kurt hier eher unkompliziert. Zwar sind Standards wie Sponsorenanwerbung und Stadionausbau natürlich Teil des Spiels, und auch die Möglichkeit, sein Geld an der Börse zu vermehren existiert, im Gegensatz zur Konkurrenz hat das allerdings eine geringere Bedeutung. Kurt – Der Fußballmanager stellt den Job des Trainers klar in den Vordergrund. Die Mannschaftsbetreuung ist daher das A und O. Jeder Spieler verfügt über eine Reihe an Fähigkeiten, die nicht nur durch geschickte Trainingsplanung ausgebaut und entwickelt werden müssen, sondern auch innerhalb der Mannschaft aufeinander abgestimmt. Die Spielerentwicklung wird dabei mit viel Liebe zum Detail verfolgt, und Fortschritte machen sich nicht als Statistik, sondern direkt auf dem Platz bemerkbar.

Kurt war der erste Fußballmanager der Spielszenen in Echtzeit berechnete. Alle vorherigen Managerspiele berechneten das Spielgeschehen im Hintergrund und stellten entscheidende Situationen mittels vorgefertigter Spielszenen dar. Das wirkt in der Regel statisch, und wenig überraschend. Mit Kurt stellt sich ein völlig neues Spielgefühl ein. Die vierminütigen Partien in Echtzeit ermöglichen eine bisher nicht gekannte Dynamik des Spielablaufs und erhöhen die Eingriffsmöglichkeiten des Trainers enorm. So ist es möglich die Partie jederzeit durch das Hereinrufen von Anweisungen zu beeinflussen. Auch die per drag and drop veränderbare Mannschaftsaufstellung wirkt sich deutlich auf das Spielgeschehen aus, und der Gegner verzeiht keine Lücken in der Raumaufteilung. So kommt mit Kurt Stadionatmosphäre auf, man hat das Gefühl, unmittelbar dabei zu sein. Spätestens seit Ascaron für Anstoss 3 die in Echtzeit berechneten Spielszenen kopierte, ist diese Technik ein Muss für jeden Fußballmanager.

Die Grafik von Kurt – Der Fußballmanager war schon mit Erscheinen eher mittelmäßig, und wirkt heute ein wenig angestaubt. Das stört das Spielvergnügen allerdings kaum. Spätestens wenn die erste Partie angepfiffen ist, wird der Spieler unwiderstehlich in den detailliert simulierten Mikrokosmos dieses wegweisenden Managerspiels gesaugt. Auch, dass Kurt ohne eine offizielle Lizenz des DFB auskommen muss, mindert den Spielspaß nicht. Wer auf die Originalnahmen der Bundesligastars nicht verzichten kann, schafft einfach mittels eines beigelegten Editors Abhilfe.

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